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Mittwoch • 12. Juni 13, 20 Uhr • CoalMine • Türöffnung 19 Uhr Navid Kermani – «Dein Name» Eingeführt von Evelyn Schertler Kaufmann |
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Ein Romanschreiber hält fest, was von den Menschen bleibt, die in seinem Leben sterben - also auch von ihm? Der Gehetztheit des Alltags wird durch Schreiben systematisch Erinnerung entgegengesetzt. Was beginnt als minutiöses Erzählen eines Alltags, der aus den Fugen ist, führt über Spitäler und Schulhöfe hinaus, in Züge und Flugzeuge, in Kriege und auf Staatskonferenzen, ans Totenbett und in den Kreisssaal. All die auseinanderdriftenden Welten, die ein Menschenleben ausmachen, Osten und Westen, Sex und Kunst, mittelalterliche Mystik und aktuelle Politik, seine Lektüren von Jean Paul und Hölderlin, aber auch der Memoiren des iranischen Grossvaters, verdichten sich zu einer unerhörten Beschreibung unserer Zeit. Haben sich die Fäden aller Sorgen und Sehnsüchte der Individuen nur zufällig ineinander verwickelt und ist unsere Vita ein unentwirrbarer Knoten? Bis ins Mark der (Familien-)Geschichte führt Navid Kermanis "Selbsterlebensbeschreibung" auf 1200 Seiten - die erzählte Zeit umfasst das ganze 20. Jh.! - und tanzt grenzgängerisch zwischen den Kulturen Iran und Europa. Navid Kermani, geboren 1967, lebt in Köln. Er ist habilitierter Orientalist und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt veröffentlichte er den Roman Kurzmitteilung (2007) und Wer ist Wir? Deutschland und seine Muslime (2009), er hielt die Frankfurter Poetikvorlesung über den Zufall (2010). Für sein akademisches und literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet. Seine Beiträge haben die Diskussionen über Islam und Islamkritik sowie die Integrationsdebatte entscheidend geprägt. |
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