Montag • 12. März 12, 20 Uhr • CoalMine • Turnerstrasse 1 • Barbetrieb bis 22:30 Uhr

Zsusa Bánk – «Die hellen Tage»

Eingeführt von Evelyn Schertler Kaufmann

Im Figurenkarussell magischer Dreiecksbeziehungen birgt der hochfein gewobene Text philosophische Fragen: Was ist dem Menschen zumutbar, und wie bestimmt die Kindheit unsere Lebenswege? Das Mädchen Seri erlebt helle Tage im Garten ihrer Freundin Aja, die mit ihrer Mutter in einer Baracke am Rand der Provinzstadt wohnt. Ihre scheinbar heile Welt in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat filigrane Risse und Sehnsuchtsflecken: Seris Vater starb, und Ajas Trapezkünstlervater kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, als dieser an einem Frühlingstag in ein fremdes Auto stieg und verschwand. Es sind die Mütter, die durch die Strömungen und Untiefen dieser Kindheiten lotsen. Sie verhelfen zur überwindung der Verlustangst und Hinwendung in die Lebensmitte. Als Seri, Karl und Aja als Studenten nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien - und zur Zerreissprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung.

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. Ihr Debüt Der Schwimmer wurde hochgelobt (aspekte-Literaturpreis, Deutscher Bücherpreis, Jürgen-Ponto-Preis, Mara-Cassens-Preis, Adelbert-von-Chamisso-Preis) und in mehrere Sprachen übersetzt.

Foto (c) Thorsten Greve

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