Literatur in Winterthur

«Valentin las auch deshalb so gern, weil er fest daran glaubte, dass man durch nichts auf der Welt so viele Leben neben- und nacheinander leben konnte wie durch das Lesen.»


Rafik Schami, Reise zwischen Nacht und Morgen

Aktuell
Lesetour Schweizer Literaturpreis 2019: Anna Ruchat, Alexandre Hmine, Patrick Savolainen

Moderation: Evelyn Schertler Kaufmann
Sprecherin: Noëmi Gradwohl
Übersetzung: Ruth Gantert

Die vom Bundesamt für Kultur 2019 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichneten AutorInnen Anna Ruchat, Alexandre Hmine und Patrick Savolainen machen auf ihrer Lesetour Halt in Winterthur. Das Bundesamt für Kultur verleiht im Bereich Literatur jährlich einen Schweizer Grand Prix Literatur und sieben Schweizer Literaturpreise. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten ein Preisgeld von je 25’000 Franken und werden, unter anderem mit dieser Lesetour, gezielt unterstützt, um ihre Werke in der Schweiz und im Ausland bekannt zu machen. 

 

Anna Ruchat – «Gli anni di Nettuno sulla terra»
Zwölf Erzählungen, eine für jeden Monat des Jahres. Zwölf Familien- und Liebesbeziehungen, ungleich durch Raum und Zeit verteilt, selten intensiv und oft vom Entgleiten der Existenz erfasst.

 

Alexandre Hmine – «La chiave nel latte»
Der autobiographische Bildungsroman «La chiave nel latte» zeichnet das Leben eines im Tessin aufgewachsenen Jungen marokkanischer Herkunft nach: Kindheit im Hause einer älteren Witwe, Leidenschaft für Sport und Lesen, die Beziehung zur Familie und die Herkunft.

 

Patrick Savolainen – «Farantheiner»
In seinem Prosadebüt «Farantheiner» dekonstruiert Patrick Savolainen einen Trivialroman. Er zertrümmert die kitschige Liebesgeschichte von Kat und der schönen Isabelle mit Träumen und Reflexionen. Daraus entstanden ist ein Text voll wilder experimentierlust.

06.05.19, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Manfred Papst zur Literaturkritik heute

Das Gespräch führt Helmut Dworschak

Anlass verschoben: Da Manfred Papst aus gesundheitlichen Gründen am 20. Mai nicht auftreten kann, muss dieser Anlass verschoben werden. Getätigte Reservationen verfallen automatisch und wir informieren auf diesen Seiten, sobald ein Ersatztermin gefunden wurde. Wir danken für Ihr Verständnis. 

 

Was kann, was soll Literaturkritik heute? Wer liest die ständig weniger werdenden Rezensionen, und wen sollen Sie ansprechen? Nach welchen Kriterien bewertet eine Literaturkritikerin, ein Literaturkritiker ein Werk? Und überhaupt: Welches Werk soll rezensiert werden? Helmut Dworschak, beim Landboten für die Winterthurer Kultur zuständig, befragt zu diesen Themen einen der bekanntesten und dienstältesten Literaturkritiker des Landes: Manfred Papst von der NZZ. Er hat schon Autoren geadelt oder auch ganz unverblümt seine weniger hohe Meinung kundgegeben. Wie sollte ein Autor mit einer wenig schmeichelhaften Buchbesprechung umgehen, und was, wenn der Kritiker mal falsch liegt mit seiner Einschätzung?

 

Manfred Papst studierte Sinologie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Er war freiberuflich als Korrektor, Lektor, Übersetzer und Herausgeber für verschiedene Verlage tätig und wirkte als Deutschlehrer. Bis 2001 leitete Manfred Papst das Programm des NZZ-Buchverlags, von 2002 bis 2017 das Ressort Kultur der NZZ am Sonntag, bei deren Kulturredaktion er weiterhin Mitglied ist. Papst erhielt 2005 den Zürcher Journalistenpreis und 2015 den Alfred-Kerr-Preis für seine herausragende Leistung im Bereich der Literaturkritik.

20.05.19, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

 

Anlass verschoben!

Angelika Overath — «Ein Winter in Istanbul»

Eingeführt von Evelyn Schertler Kaufmann

Cla, Gymnasiallehrer aus dem Engadin, forscht in Istanbul über den spätmittelalterlichen Gelehrten Nikolaus von Kues. Dabei verliebt er sich in Baran, den türkisch-griechischen Kellner. Mit ihm erobert er die pulsierende Stadt, geht ins Hamam, debattiert über die Ost- und Westkirche und politische Konflikte. Als Clas (So-gut-wie-)Verlobte Alva zu Besuch kommt, begreift er, wie weit er aus seinem Leben gefallen ist. Poetisch vielschichtig verführt uns ein paralleles Erzählen zu einer Zeitreise in die Erlebnisse des Nikolaus während seiner legendären Schifffahrt (Istanbul-Venedig), die dieser mit dem byzantinischen Kaiser von Konstantinopel im 15. Jahrhundert unternommen hatte. Wie nah sich christliche Mystik und islamischer Sufismus sein können, offenbart sich hier aufs Farbigste.

 

Angelika Overath, 1957 in Karlsruhe geboren, arbeitet als Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin und hat die Romane Nahe TageSie dreht sich um und Flughafenfische geschrieben, welcher u.a. 2009 für den Deutschen und Schweizer Buchpreis nominiert wurde. Für ihre literarischen Reportagen erhielt sie den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Sie lebt in Sent, Graubünden.

24.06.19, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei