Literatur in Winterthur

«Valentin las auch deshalb so gern, weil er fest daran glaubte, dass man durch nichts auf der Welt so viele Leben neben- und nacheinander leben konnte wie durch das Lesen.»


Rafik Schami, Reise zwischen Nacht und Morgen

Aktuell
Ausschreibung: Studer/Ganz-Preis für unveröffentlichtes Prosadebüt

Die 2005 gegründete Studer/Ganz-Stiftung fördert in der Schweiz jüngere Autorinnen und Autoren. Ende September 2018 vergibt die Stiftung in der Deutschschweiz zum siebten Mal einen Preis für das beste unveröffentlichte Prosadebütmanuskript.

 

Ausschreibung / Flyer

 

Einsendeschluss: 30. Juni 2018

Norbert Gstrein — «Die kommenden Jahre»

Eingeführt von Claudio Notz

Der Schriftsteller Norbert Gstrein hat von seinen Anfängen an immer wieder ausprobiert, was Romane überhaupt leisten können und wie sie von den Menschen und ihren Verhältnissen erzählen können. Der neue Roman Die kommenden Jahre ist eine leichte, einfache Geschichte, die genau wie die früheren Romane tief hineinführt in die Probleme und Paradoxien menschlichen Verhaltens. Gstrein erzählt die ganz simple Geschichte eines verheirateten Paares in seinen besten Jahren. Alles könnte für gut sein und alles ist auch noch gut, als die Familie Flüchtlinge aus Syrien bei sich im Sommerhaus aufnimmt. Doch dann kommt eines zum anderen.  Richard und Natascha ringen umeinander – und am Ende dieses Romans, der auf der ganzen Welt und in einem einzigen Sommerhaus spielt, fallen Schüsse.

 

Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, lebt in Hamburg. Er wurde unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet. Zuletzt war er 2004 bei der Literarischen zu Gast.

23.04.18, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Dana Grigorcea — «Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen»

Einführung und Moderation: Helmut Dworschak

Anna ist Tänzerin, gut verheiratet, da begegnet sie Gürkan. An der Seepromenade spricht er sie an. Und nichts ist mehr wie zuvor. Mit ihm möchte sie wieder tänzerisch durchs Leben gehen. Dana Grigorcea erzählt in ihrer Novelle von einer ungewöhnlichen Liebe in Zürich, aus dem Herzen einer Gesellschaft, die dem schönen Leben frönen will. Sie lässt das Bild einer heterogenen Gesellschaft entstehen, in der Exotik und Zugehörigkeit sowie die Rolle der Kunst neu ausgehandelt werden: «Was ist schon ein Künstler, der die Kunst nur nachäfft und unberührt bleibt von ihrem Kern? Der nur getragen wird von Erinnerungen und von der Angst, dass alles vorbei sein könnte, dass man weg müsste von der Bühne und aus der Kulisse.» Es ist eine Geschichte über die Sehnsucht nach Nähe und Sinnlichkeit und über die Zeiten hinweg eine Hommage an Anton Tschechow.

 

Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, lebt in Zürich. Sie studierte Deutsche und Niederländische Philologie. 2015 wurde sie mit dem 3sat-Preis des Ingeborg Bachmann-Wettbewerbs ausgezeichnet. In unserer Herbstsaison 2016 bezauberte sie uns in einem Gespräch mit Perikles Monioudis.

04.06.18, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Lyrik aus Winterthur — Sylvia Steiner und Ruth Loosli

Eingeführt von HansJoerg Diener und Lisa Briner

Wie klingt Lyrik, die heute in Winterthur entsteht? Die beiden Lyrikerinnen Sylvia Steiner und Ruth Loosli lesen aus publizierten und aus unveröffentlichten Texten. Da sind «unkräuter nicht unmenschen», da herrscht ein «Hunger nach Vogelruf und Buschwindrosen» und geschrieben wird «für Kinder, für Katzen, für Menschen», aber auch «für meine hungrige Tastatur». Manche der Gedichte biegen leichtfüssig um die Ecke und haben doch Gewicht, andere treiben die Themen und Fragen um, die sich uns allen heute stellen. Begleitet wird die Lesung vom jungen Winterthurer Musiker Quirin Oeschger auf seinem Hackbrett.

 

Sylvia Steiner, geboren 1937 in Basel, lebt in Winterthur. Sie veröffentlichte die Lyrikbände wenn buchstaben zusammenstehn (2003) und eine andere geografie (2010), ihre Gedichte erscheinen in Literaturzeitschriften und Anthologien.

 

Ruth Loosli, geboren 1959, schreibt Lyrik und Kurzprosa. Auf ihren ersten Lyrikband Aber die Häuser stehen noch (2009) folgten die Geschichten von Wila (2011), zuletzt erschien die Gedichtsammlung Berge falten (2016). Aufgewachsen im Berner Seeland, lebt Ruth Loosli heute in Winterthur.

25.06.18, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei