Literatur in Winterthur

«Valentin las auch deshalb so gern, weil er fest daran glaubte, dass man durch nichts auf der Welt so viele Leben neben- und nacheinander leben konnte wie durch das Lesen.»


Rafik Schami, Reise zwischen Nacht und Morgen

Aktuell
Peter Wawerzinek – «Liebestölpel»

In Zusammenarbeit mit Zürich liest‘ 19
Eingeführt von Adriana Rey

Hinweis: Aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse im alten Stadthaussaal können wir für diesen Anlass bereits keine Reservationen mehr entgegen nehmen. Bitte versuchen Sie es an der Abendkasse. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Über den tollpatschigen Versuch, mit der widerspenstigen Sache namens Liebe klarzukommen – so nennt der Autor es selber, sein neuestes Werk. Wir nennen es einen umwerfenden Roman, der die Liebe in all ihren Facetten beschreibt: «Die Liebe, ach Junge, besser du lässt die Finger davon», hatte sein Opa ihn gewarnt, da war er gerade vierzehn. Menschen wie sie könnten da nur Schiffbruch erleiden. Tatsächlich bestätigt der heranwachsende Ich-Erzähler seinen Vorredner…

 

Peter Wawerzinekgeboren 1954 in Rostock. Sein Roman Rabenliebe (2010) war ein sensationeller Erfolg, 2014 erschien der ebenfalls hochgelobte Roman Schluckspecht. Peter Wawerzinek erhielt zahlreiche Stipendien, zuletzt das Autorenstipendium der deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2019, von wo er auch eigens für unsere Lesung anreist.

25.10.19, 19.30 Uhr

Saal Altes Stadthaus, Marktgasse 53, 8400 Winterthur; Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Ilma Rakusa — «Mein Alphabet»

Eingeführt von Evelyn Schertler Kaufmann

Hinweis: Aufgrund des grossen Interesses können wir für diese Lesung bereits keine Reservationen mehr entgegen nehmen. Bitte versuchen Sie es an der Abendkasse. Wir danken für Ihr Verständnis.

 

Es sind persönliche Erfahrungen, die Ilma Rakusa wie ein Kaleidoskop vereint und Antwort auf elementare Fragen gibt: «Was macht ein Leben aus? Wie wird das Wichtige greifbar?» Aufgefädelt an den Buchstaben des Alphabets changiert sie zwischen Prosa, Lyrik und Gespräch und erzählt über Freundschaft, Angst, Alter, Zärtlichkeit, Träume, Rituale, Weggefährten, Reisen, Kindheit oder Weltsicht. Ihre Neugierde beim erinnernden Beschreiten ihres vielfältigen Lebenspfades entfacht beim Lesen eine beschwingte Lust am Flanieren, am «Querfeldein» und wachen Beobachten der Gegenwart. Als «geborene Kosmopolitin und Europäerin verkörpert sie in einzigartiger Weise den Typ einer femme de lettres, wie er heute kaum noch anzutreffen ist» (Rede zum Kleist-Preis 2019).

 

Ilma Rakusa, 1946 in der Slowakei geboren, lebt seit 1951 in Zürich als Schriftstellerin und Übersetzerin (Tschechow, Zwetajewa, Duras, Kiš, Kértesz, Nádas). Ihr Werk umfasst u. a. die Poetikvorlesungen Farbband und Randfigur (1994), den Essay Langsamer! (2004), die autobiografischen Erinnerungspassagen Mehr Meer (2009), das Berlin-Journal Aufgerissene Blicke (2013), die Erzählungen Einsamkeit mit rollendem «r» (2014) und Gedichte Impressum: Langsames Licht (2016).

11.11.19, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei

Kenah Cusanit — «Babel»

Eingeführt von Lisa Briner

Ein Bein in Kamillentee, eine Flasche Rizinusöl neben sich liegt Robert Koldewey in der Hitze des Ausgrabungshauses am Euphrat und versucht, sich vor der befürchteten Blindarmentzündung zu bewahren. Im Auftrag der Deutschen Orient-Gesellschaft soll der Archäologe in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg im heutigen Irak die Wiege der Zivilisation ausgraben: die Metropole Babylon mit ihrem sagenhaften Turm von Babel. Was das bedeutet, macht die Altorientalistin und Ethnologin Kenah Cusanit in Babel ebenso klug wie witzig greifbar: Zwar rührt sich der Forscher, dem das Pergamonmuseum Schätze wie das Ischtar-Tor verdankt, im Roman kaum von der Stelle. Doch entsteht vor unseren Augen ein Panorama von Mühsal und Euphorie der Ausgrabungen, der Zähigkeit von Verhandlungen mit arabischen Stammesführern und wilhelminischer Bürokratie, von der europäischen Vermessung und Eroberung der Welt durch die Wissenschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

Kenah Cusanit, geboren 1979, publizierte Essays und Gedichte. Ihr Debütroman Babel (2019) wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Sie lebt in Berlin.

25.11.19, 19.30 Uhr

COALMINE Café, Türöffnung 18.30 Uhr, Eintritt: 20.– / 10.–, Mitglieder LVW: Eintritt frei